Biedermeierkugeln

Die Mutter aller Kugeln. Über Biedermeierkugeln und -früchte.

Biedermeierkugeln
Biedermeierkugeln aus der Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Vorläufer unserer heutigen Christbaumkugel sind die wundervollen Biedermeierkugeln und -früchte. Biedermeierkugeln haben ihre eigene besondere Magie. In ihnen spiegelt sich der Glanz der guten alten Zeit wider. Auch heute noch schmücken sie in der Weihnachtszeit so manchen Christbaum.

Ihren Namen verdanken Biedermeierkugeln ihrer Entstehungszeit. Die ersten Kugeln wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Thüringer Wald geblasen. Ihre Produktion reichte bis zum 1. Weltkrieg. Neben der Äpfeln nachempfundenen Kugelform, wurden diese auch plastischer in andere Formen geblasen: Eier, Trauben, Birnen, Beeren, Artischocken und mehr. Diese Kugeln gab es in allen Größen, von wenigen Zentimetern Durchmesser bis zu einem Umfang von fast 1 Meter.  Die Farbvielfalt war allerdings begrenzt: silbern, golden, Blautöne, rot, grün, türkis, rosa, orange, kupfern und violett.

Biedermeierkugeln sind dickwandig und dadurch oft sehr schwer. Ihre Farbe erhielten sie durch das Einfärben der Glasmasse vor der Herstellung. Eine inwendige Versilberung schenkt ihnen ihren bezaubernden Glanz. Die ältesten Biedermeierkugeln besaßen einen kleinen Flaschenhals. Mit Hilfe eines Korkens wurde der Aufhänger befestigt. Später übernahm eine Messingkappe diese Aufgabe.

Biedermeierkugelformen
Biedermeierkugel in Zwiebelform
Biedermeierkugeln mit Hals
Biedermeierkugeln mit Hals

* Biedermeierkugeln und -früchte aus dem 19. Jahrhundert

Literatur:
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 11 – 14. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 152-156. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)