Engelsgeläut

Süßer die Glocken nie klingen

Engelsgeläut als Christbaumspitze
Engelsgeläut aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts

Geheimnisvoll, ein Knistern, ein Rauschen wie von Flügelpaaren, dann süßes Glöckchen-Läuten, die Englein in den Christfestbäumen, sie laden Kinderstaunen in die Heilge Nacht hinein. Ein Zug, der Fracht und Fahrt aufnimmt, und erst in einem Lächeln reinsten Glückes endet.

Die schönsten Weihnachtsbäume schmückten sich schon immer mit einer Christbaumspitze. Diese konnte aus Glas geblasen, aus Perlen, Flitter, Tinsel arrangiert oder auch ein Rauschgoldengel sein. Der Rauschgoldengel ist sicher die älteste Form des Wipfelschmucks. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, vermutlich inspiriert von der Weihnachtspyramide, fanden Engelsgeläute Einzug auf die Gipfel, Zipfel und Spitzen unserer Christbäume. Dem Glanz und der Schönheit des Wipfelschmucks wurde süßer Klang hinzugefügt. Ein Klangspiel aus Bewegung und Ton.

Klingende Christbaumspitze
Engelsgeläut als Christbaumspitze

Ein Engelsgeläut bestand aus drei Kerzen und einem Flügelrad. Die aufsteigende Wärme der brennenden Kerzen trieb das Flügelrad an. Das Klangspiel, das durch die Bewegung des Rades zu leben und klingen begann, bestand meist aus 4 Metallengeln mit freischwingenden Klöppeln (die sich mit dem Rad bewegten) und 2 bis 3 Schellen. Die Engel wurden meist mit Posaunen dargestellt. Eine kleine auf Blech lithographierte Krippenszene war meist dem Geläut hinzugefügt.

Literatur:
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 68. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 62 - 65. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)