Gablonzer Christbaumschmuck

Die Perlchen aneinander reihen

Goblenzer Stern
Goblenzer Christbaumschmuck

In Heimarbeit wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts Christbaumschmuck aus Glas-Halbprodukten der in Gablonz (Böhmen) ansässigen Glas-Industrie gefertigt. Glasröhrchen, runde, ovale und tropfenförmige Hohlglasperlen, Perlenstränge, dünne Glasringe, Formgepresstes dienten im Groben als Grundmaterial. Diese Perlen und Röhrchen wurden auf Drähte gefädelt und kunstvoll zu teils erstaunlich komplexen und einfallsreichen Schmuckobjekten zusammengefügt.

Im frühsten Gablonzer Schmuck klingt eine Vorliebe für einfache und geometrische Formen wieder: Sterne, Räder, Würfel und manch andere Geometrie schmückte die Tannenzweige des Gablonzer Christbaumes. Späterer Schmuck zeigt eine Vielfalt an Motiven des alltäglichen Lebens. Fahrräder, Motorräder, Autos, Schiffe und Boote, Flugzeuge, Kronleuchter, Körbchen, Windmühlen, Spinnen, Käfer, Schmetterlinge und viele weitere Schmuckideen fanden ihren weihnachtlichen Ausdruck im Gablonzer Schmuck. 
 

Goblenzer Fahrrad
Hochrad aus Goblenzer Perlen und Glasröhrchen

Auch andere Materialien, z.B. leonischer Draht, Pappe, Papier, Chenille, Stoff, konnten mit den wundervollen Hohlglasperlchen kombiniert werden. So fand sich manch ein Hohlglastierchen zu seiner eigenen Überraschung in einem Nest aus Gablonzer Perlen wieder.

Literatur:
Waltraud Neuwirth: Glas-Christbaumschmuck. Wien 2000, ISBN 3-900282-55-2

Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 49 – 53. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 190 - 193. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)