Glasseide und Feenhaar

Gesponnener Christbaumglanz. Christbaumschmuck aus Glasseide und Feenhaar

Christbaumschmuck aus Glasseide
Engel und Weihnachtsmann aus Glasseide und Oblaten

Wie man aus Heu Gold spinnt, erzählen uns die lieben Märchen. Dass sich auch Glas zu Fäden spinnen lässt, bewiesen uns die Lauschaer Glasbläser bereits im 19. Jahrhundert. Flüssige Glastropfen wurden (aus erhitzten Glasstäben) in Fäden gezogen, die flüssigen Fäden schwunghaft über große Räder geworfen und durch ein sanftes und regelmäßiges Drehen des Rades länger- und nachgezogen, weitergesponnen. Der Glasfaden fand nach der Jahrhundertwende als Glasseide und Glaswolle sehr schnell Beliebtheit in der Lauschaer Christbaumschmuckindustrie.

Gewellte Glaswolle wurde unter dem Namen Feenhaar angeboten. Das watteähnliche Feenhaar wurde zerzupft und schenkte dem Christbaum einen winterlichen Schleier.

Glasseide wurde zu Christbaumschmuck weiterverarbeitet. Bunte Glasfäden formten gläsernen Schmetterlingen und Pfauen Flügel und Schwanzkränze. Glaskometen wurden Kometenschweife angeheftet. Glas- und Wachsengeln wurden seidene Flügel geschenkt. Es funkelten Glasseidenrosetten und glasseidene Schweifsterne im grünen Nadelbaumhimmel. Glasseide kleidete auch Oblaten-Figuren mit gläsernen Mänteln und Röcken. Und vieles mehr.

Schmetterlinge
Pfau und Schmetterline aus Glas und Glasseide
Kometen aus Glasseite
Kometen aus Glasseide, Feenhaar und Oblaten

Literatur:

Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 38. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 182 - 183. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)