Christbaumschmuck aus Zinn


Dem schönen Schein Form schenken

Spiegelschmuck aus Zinn erfreute sich seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer gewissen Beliebtheit. Die ornamentalen Formen (Kreisobjekte, Sterne, Blüten, Schmetterlinge) bestanden aus einem oder mehreren Schüsselchen, in den sich Licht fangen und reflektieren konnte. Die Oberflächen glänzten wie Silber, um die Lichtreflektion zu unterstützen. Transparente, bunte Lasierungen dieser Oberflächen mischten Farbe in den Widerschein des Lichtes. In den Schüsselchen konnten sich zusätzlich kleine Dekorations- oder Reflektionsobjekte befinden: oft kleine Blüten, Glasperlen und bunte Glassteinchen. Dieser wundervolle Christbaumschmuck ließ die Weihnachtsbäume in stimmungsvollen Farben, Schein und Glanz schimmern und leuchten.

Die dünnwandigen Zinnobjekte waren sehr weich, dadurch verformbar und setzten mit der Zeit leider gerne Patina an. Der Ursprung dieses Schmuckes lag vermutlich in Nürnberg und der dort ansässigen Zinnspielwaren-Industrie.

Literatur:
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 25 – 26. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 110 - 115. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017-2019)