Lamettaschmuck

Ein weihnachtliches Schimmern. Christbaumschmuck aus Tinsel

Christbaumschmuck aus Lametta
Lamettaschmuck aus dem späten 19. Jahrhundert

Lametta ist ursprünglich eine Form des Leonischen Drahtes. Es besteht aus feinen, dünnen, glitzernden Metallstreifen, die meist silbern oder golden funkeln. Diese ätherisch-leichten metallenen Fäden dienten bereits in den 70iger Jahren des 19. Jahrhunderts als Christbaumschmuck. Sie zauberten den Glanz von winterlichen Eiszapfen an die Tannenzweige der Christbäume in den guten, warmen Stuben.

Aus Lamettastreifen konnte aber noch viel mehr entstehen. Die Schmuckindustrie formte aus Lametta komplexe Schmuckobjekte. Schneeflocken und Sterne aus Lametta odere Lamettabürsten dekorierten schon bald die Bäume. Glaskugeln, Oblaten, Drähte wurden mit Lametta umschmückt oder dem Leonischen Schmuck hinzugefügt, kometenhafte Lamettaschweife zogen ihre weiten Bahnen über grüne Tannenzweige, und große Lamettasterne thronten als Christbaumspitzen auf den Wipfeln der Weihnachtsbäume. Das glanzvolle Schimmern fand fast keine schöpferischen Grenzen.

Sehr beliebt waren auch Lamettabürsten. Lametta wurde dafür kurz geschnitten und zwischen zwei Drähte eingezwirbelt. Hierdurch entstand eine bürstenähnliche Girlande, die auch leicht weiterverarbeitet werden konnte.

Lamettaschuck
Tinsel-Kreuz mit Oblate von ca. 1880

Literatur:
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 55 – 58. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 97 - 104. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)