Leuchterspinnen

Sie krabbeln nicht, schenken aber Licht! Über Leuchterspinnen.

Leuchterspinne
Kleine Leichterspinne mit einer Etage

Den Namen verdanken Leuchterspinnen ihrer Form und ihren traditionell acht spinnenbeinartig gestalteten Leuchterarmen. Diese Spinnen sind eine besondere Art mehrarmiger Kronleuchter. Sie können unbewegt von den Decken herabhängen oder zusätzlich mit einem Drehmechanismus - ähnlich wie bei einer Weihnachtspyramide - ausgestattet sein. Sie werden dann Drehleuchterspinnen oder Deckenpyramiden genannt. Spinnen können auch in mehreren Leuchter-Etagen aufgebaut sein, die Anzahl der Leuchterarme erhöht sich hierdurch.

Die Leuchterspinne wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Erzgebirge kunstvoll gefertigt und ist ein fester Bestandteil der traditionellen erzgebirgischen Volkskunst. Sie dient und dienten der Ausschmückung der dunklen Jahres-, der Advents- und Weihnachtszeit.

Das Grundmaterial einer Spinne ist Holz. Sie stellt eine Drechsler- und Schnitzarbeit dar. Ein Teil der Arme kann aber auch aus Metall sein. Die Leuchter sind meist kunstvoll bemalt und mit Figuren, Kegeln, Perlen, Bäumchen und mehr ausdekoriert. Es gibt sehr einfach gestaltete Spinnen und welche, die ein Feuerwerk an Farbe und Schnitzkunst in die vierte Jahreszeit hineinzaubern. Traditionell waren die Leuchter mit Kerzen bestückt. Heute hat elektrisches Licht diese oft ersetzt.

Literatur:
Johannes Martin: Sammlung Johannes Martin. Mit persönlichen Anmerkungen des Sammlers, Restaurators und Schenkers. Volkskunst und Spielzeug aus dem Erzgebirge auf Burg Scharfenstein. Seite 20 - 21 und 34 - 35. Scharfenstein 2004.

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)