Weihnachts-Blues

 
  

 

Jetzt wische dir die Kugeltränchen aus deinem Christfestbaum-
gesicht und rühre rührig nicht im Plätzchenteig Vergangenheit.
Die Liebe eilt und hüpft auch einmal über dich hinweg
woandershin. Nimm alle Feste wie sie fallen und falle mir
im Fallen bitte nicht zu hart und auf die Nerven.
Die Liebe fängt dich irgendwann schon wieder auf!


Am Weihnachtsbaum, verliebt, an Nachbar-
zweigen, zwei süße, hübsche Engels-Herzchen,
die ihre kleinen Zuckerschnuten ganz hilflos
zueinander neigen! Doch manchmal ist der Weg
einfach zu weit!


Gut, dass du gute Freunde hast,
die zu Weihnachten
immer aus der Ferne an dich denken!


Wer wartet denn aufs Christkind, wenn niemand mehr
an all die lieben Märchen glaubt, wenn alles echt und
fade und ohne Farbe und Geschmack, wenn alle Träume
längst geträumt und du nie mehr verträumt an diesen
wunderbaren Haltestellen deiner Wünsche auf all die großen
Wunder warten kannst? Was wartet dann auf dich?


Eine Woche große Deko und
es schneit noch immer nicht,
was die Weihnacht uns versprochen,
hält sie nicht. All die schönen Liebes-Dinge,
die wir uns zum Fest erwünschen, fallen uns
nicht hoch vom Himmel. Liebe geht und
zeigt mir wieder mal den Stinkefinger!


Hey da unten, passt mal auf, sagt wer,
und schüttelt dann die Wolken aus.
Weit über dir hörst du ne Türe knallen
und aus dem heilgen Nichts fällt nichts
vom Himmel hoch. Die Tore auf, die Herzen weit,
vom Himmel schneit kein Frieden in die Welt
und niemand kehrt mit seinem breiten Reisigbesen
die gute Liebe, die Krippe, Hirten, Schafe, mit Ave Ave
herzlich uns, durch eine kleine Herzenstür: dorthin,
wo wir als Kind mit großen Falltür-Augen noch immer
auf die Wunder unsrer Kindheits-Märchen warten.