Papier- und Pappschmuck

Sterne in den Himmel falten. Christbaumschmuck aus Papier und Pappe.
 

Papierfiguren für den Christbaum
Baumschmuck aus Oblaten, Krepppapier, Dresdner Pappe und Watte

Gold- und Transparentpapiersterne, bunte Fensterbilder, Papierengel und -krippen dekorieren, prangen, schimmern in den Lichter-Fenstern unserer dunklen Winterzeit. Wir schmücken lieb Gedanken, verpacken Liebe in das Handeln und schenken all das Schöne dem Advent. Es klappern Scheren und von dem vielen Knicken und auch Falten raschelt eine Zeit lang unsere ganze weihnachtliche Welt.

Mit der Verbreitung des Weihnachtsbaumbrauches am Ende der Biedermeierzeit begann auch die Geschichte des selbstgebastelten Christbaumschmuckes. Papierschmuck eroberte sich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen festen Platz in den grünen Nadelzweigen der Festbäume. Das Basteln zu Hause brauchte Ideen und Anleitung. Bastelbücher, Frauenzeitschriften und Modellierbögen unterstützten schon bald die privaten Werkeleien. Candycontainer in Form von Papiernetzen, Taschen, Tüten und Körben bevölkerten die Bäume. Papierketten und Papiergirlanden, Schleifen, Trommeln, Laternen, Glocken, Wickelsterne und Sterne jeglicher weiteren Art, Schmetterlinge und 1001 Idee mehr erfüllten den weihnachtlichen Bastelhimmel. Papier ist geduldig, aber leider selten von Dauer. Deshalb kennen wir heute diesen ursprünglichsten Papierschmuck nur von Bildern, aus Büchern und damaligen Anleitungen.
 

Zigarre als Christbaumschmuck
Christbaumschmuck-Zigarre

Papier- und Pappschmuck wurde natürlich auch als Heimarbeit (zum Verkauf) oder industriell hergestellt. Beliebt waren Oblaten (Reliefdrucke), Fähnchen, Lampions und Candycontainer in jeglicher Form, z.B. Trommeln, Hutschachteln, Nüsse, Zigarren und Gitarren. Pappobjekte wurden gepresst, gestanzt, farbig bedruckt oder bemalt, mit Glimmer bestreut. Dresdner Pappe stellte den Höhepunkt des Papier- und Pappschmuckes dar und schenkte den Christbäumen die wundervollsten Farben, Formen und Ideen.

Gitarre aus Pappe
Pappgitarre als Candycontainer für den Baum

Literatur:
Elke Gottschalk: Papier-Antiquitäten. Luxuspapier von 1820 - 1920. Seite 162 - 169. Augsburg 1996, ISDN 3-89441-216-X
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 19 - 24. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 118 - 127. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)