Räuchermännchen

Der Welt bepaffen und beduften.  Über die Räuchermännchen.

Räuchermännchen
Räuchermännchen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Kaum steht der Herr Advent vor unserer Tür, da treten kleine Holzfiguren hinter ihm hervor und hüpfen lustig in das alltägliche Leben. Aus Holz gedrechselte Kettenraucher und Zigarrenpaffer lungern plötzlich überall in unsren Zimmerecken und wollen so gar nicht mehr verduften. Ihre blauen Rauchfäden und -wölkchen kringeln sich aus hohlen, runden Mäulchen und schenken uns den großen Duft der weihnachtlichen Welt. Wir rauchen wonnevoll und passiv in unsren Herzen und Gedanken mit!

Die kleinen lieben Räuchermännchen entstammen der Mitte des 19. Jahrhunderts und stellen heute einen festen Bestandteil der erzgebirgischen Volkskunst dar. Sie gehören neben Nussknackern, Schwibbögen, Pyramiden, Lichterengel und Bergmann zum typischen erzgebirgischen, vorweihnachtlichen Brauchtum.

Ein Räuchermännchen ist eine zweigeteilte Holzfigur. Der untere Teil trägt die Räucher- oder Duftkerze, der obere ist hohl und umschliessend. Der aufsteigende Rauch der Kerze tritt durch eine Mundöffnung des Räuchermännchens aus und verteilt so den Duft im Raum. Es entsteht so der Eindruck einer rauchenden Holzfigur. Räuchermännchen können viele Gestalten annehmen: Weihnachtsmänner, Schornsteinfeger, Förster, Postboten, Bergmänner und vieles mehr. Den meisten von ihnen wird oder wurde ein kleines Pfeifchen in Mundwinkel oder Hand geklemmt.

Räuchermännchenszene
Gemütliches Räuchermännchen vor Karmin

Literatur:
Hans-Jürgen Irmscher, Helga Köhler: Räuchermänner im Sächsischen Erzgebirge. Chemnitzer Berufsfachschule für Tourismus. Erzgebirgische Volkskunst. Band 11. Husum 2000, ISBN 3-88042-963-4.
Johannes Martin: Sammlung Johannes Martin. Mit persönlichen Anmerkungen des Sammlers, Restaurators und Schenkers. Volkskunst und Spielzeug aus dem Erzgebirge auf Burg Scharfenstein. Seite 56 - 69. Scharfenstein 2004.

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)