Christbaumschmuck aus Tragant

Gib dem Christbaum Zucker. Weihnachtlicher Tragant-Behang für den Baum.
 

Christbaumschmuck aus Tragant
Tragant-Figuren für den Christbaum

Aus dem Tragantbusch (Astragalus) kann ein Verdickungsmittel (eine gummiartige Substanz) gewonnen werden. Tragant dient als Bindungsmittel. Frühes Tragantgebäck (Zuckergebäck) bestand aus Zucker, Eiklar, Stärke und Rosenwasser. Der aus diesen Zutaten bestehende Teig war gut form- und knetbar. Wurde der Teig getrocknet, war er dauerhaft haltbar. Tragant wurde bereits im 17. und 18. Jahrhundert für edle Zuckerdekorationen von den bürgerlichen Oberschichten und Fürstenhäusern verwendet.

Tragantteig läst sich sehr gut von Hand formen und modellieren. Für detailliertere Figuren und Ornamentobjekte wurden Modeln (Formen) verwendet. Die Figuren wurden direkt in den Formen ofengetrocknet. Farbe wurde entweder vorher in den Teig eingemischt oder die gehärteten Figuren wurden nach dem Trocknungsvorgang bemalt (lasiert).

Mit dem Fallen der Zuckerpreise in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Tragantgebäck auch für den einfachen Bürger erschwinglich. Tragant eroberte sehr bald die weihnachtliche Zeit und mit dem Aufkommen des Weihnachtsbaumbrauches auch die grünen Zweige unseres Christbaumes. Tragantschmuck wurde in vielfältigster Form als Christbaumdekoration hergestellt.

Literatur:
Margrit Utz: Von Fadenglas, Rauschgold und Tragant. Eine kurze Geschichte des Weihnachtsschmucks, erläutert und illustriert anhand Beispielen aus der Sammlung Margrit Utz. Seite 90 – 94. 2004.
Eva Stille und Ursula Pfistermeister: Christbaumschmuck. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge. Seite 60. Nürnberg 1979, ISBN 3-418-00456-3

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)