Weihnachtslieder

 
  

 

Leise rieselt der Schnee

Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

In den Herzen ist’s warm,
Still schweigt Kummer und Harm,
Sorge des Lebens verhallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Bald ist heilige Nacht;
Chor der Engel erwacht;
Horch’ nur, wie lieblich es schallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Eduard Ebel


Fröhliche Weihnacht überall!

„Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
Weihnachtsduft in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.

Darum alle stimmet
in den Jubelton,
denn es kommt das Licht der Welt
von des Vaters Thron.
"Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.

Licht auf dunklem Wege,
unser Licht bist du;
denn du führst, die dir vertraun,
ein zu sel’ger Ruh’.
"Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.

Was wir andern taten,
sei getan für dich,
daß bekennen jeder muß,
Christkind kam für mich.
„Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.

Der Text wird gelegentlich Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben. Die eindeutige Herkunft ist nicht bekannt.


Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken,
dein Weg ist so weit.

Komm setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.

Schneeflöckchen, du deckst uns
die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh’.

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
komm zu uns ins Tal.
Dann bau’n wir den Schneemann
und werfen den Ball.

Volkstümliche Fassung eines Textes von Hedwig Haberkern


Es kommt ein Schiff geladen

Es kommt ein Schiff geladen
Bis an den höchsten Bord,
Trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
Des Vaters ewig Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
Trägt eine teure Last,
Das Segel ist die Liebe,
Der heilge Geist der Mast.

Der Anker schlägt zur Erden,
So ist das Schiff am Land,
Das Wort zu Fleisch soll werden,
Der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
Im Stall ein Kindelein,
Gibt sich für uns verloren:
Gepriesen muss es sein!

Und wer dies Kind mit Freuden
Umfangen, küssen will,
Der muss erst mit ihm leiden
Der Pein und Marter viel.

Darnach auch mit ihm sterben
Und geistlich auferstehn,
Das ewge Heil zu erben,
Wie an ihm ist geschehn.

Johannes Tauler (zugeschrieben)


Macht hoch die Tür, die Tore weit

Macht hoch die Tür, die Tore weit:
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt.
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer werth,
Sanftmütigkeit ist fein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Szepter ist Barmherzigkeit;
All unsre Not zum End er bringt.
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet fei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat!
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein!
Er ist die rechte Freudensonn,
Bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat!

Macht hoch die Tür, die Tore weit,
Eur Herz zum Tempel macht bereit;
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt aus mit Andacht, Lust und Freud;
So kommt der König auch zu euch,
Ja Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad!

Komm, o mein Heiland, Jesu Christ,
Meins Herzens Tür dir offen ist;
Ach zeuch mit deiner Gnaden ein,
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein heilger Geist uns führ und leit
Den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!

Georg Weißel