Weihnachtspyramide

Weihnachten den richtigen Dreh geben. Über die Weihnachtpyramide.

Weihnachtspyramide
Weihnachtspyramide von ca. 1910

Weihnachtspyramiden gehören traditionell zur vorweihnachtlichen Dekoration. Neben NussknackerRäuchermännchenLichterengel und Bergmann haben diese Licht-Pyramiden einen festes Ruhmesplatz in der erzgebirgische Volkskunst eingenommen. Ab einer Höhe von 1 ½ Metern stellten sie eine gute Alternative zum Christbaum dar und erhellten statt diesem bunt beschmückt viele weihnachtliche Stuben.

Ihre Grundform verdanken Weihnachtspyramiden den aus dem 18. Jahrhundert bekannten Lichtergestellen. Die Vorläufer der Pyramiden bestanden aus 4 an einem Ende zusammengebunden Holzstäben, die miteinander eine spitz nach oben zulaufende Pyramide bildeten. Die Stäbe wurden mit Grün umwunden, beschmückt und mit Lichtern bestückt.

Die recht einfachen Lichtergestelle entwickelten sich im Erzgebirge Mitte des 19. Jahrhunderts zu Weihnachtspyramiden weiter. Die Leere zwischen den Holzstäben wurde aufgefüllt und mit Mechanik verbunden. Ein Flügelrad, das durch Kerzenwärme angetrieben wurde, übertrug eine sanfte Rotationsbewegung auf eine Welle. Die Welle stellt die Achse der Pyramide dar und war mit einem oder mehrere Tellern (Dekorationsplatten) fest verbunden. Die Teller begannen sich sanft innerhalb der Pyramide zu drehen. Heutige Pyramiden werden  oft, statt durch aufsteigende Wärme, elektrisch angetrieben. Dekoriert wurden und werden Weihnachtspyramiden traditionell mit Krippen- oder Bergmannsfiguren.

Neben den Zimmerpyramiden, wurden ab ca. 1930 auch in vielen Ortsschaften des Erzgebiges Freilandpyramiden aufgestellt, die sogenannten Ortspyramiden. Diese können stattlich Größen und Höhen erreichen.

Literatur:
Johannes Martin: Sammlung Johannes Martin. Mit persönlichen Anmerkungen des Sammlers, Restaurators und Schenkers. Volkskunst und Spielzeug aus dem Erzgebirge auf Burg Scharfenstein. Seite 10 - 19, 36 -41 und 95 - 96. Scharfenstein 2004.

Text und Foto © Uwe Pfeiffer (2017 - 2019)